Woher kommen die Ideen für Artikel? "Wie jeder bestätigen kann, der den Konferenzraum der leitenden Körperschaft schon mal gesehen hat", sagt Bruder Jackson unter allgemeinem Gelächter, "es gibt darin kein Loch in der Decke ... " Reisende Aufseher werden regelmäßig um Eindrücke gebeten, weltweite Berichte analysiert, die Aufschluss darüber geben, in welcher Verfassung die Bruderschaft ist, vor welchen Problemen sie steht. Dann studiert die leitende Körperschaft gründlich, was die Bibel dazu zu sagen hat, denn wie uns 2Ti 3:15, 16 versichert, gibt es KEIN Problem, zu dem Jehova vergessen hätte, in der Bibel Lösungen anzubieten! Ideen entstehen auch beim privaten Bibellesen der Brüder, die zur leitenden Körperschaft gehören!
Wie muss man sich dann die Entstehung der Artikel vorstellen? Dazu gibt es einen klar festgelegten Arbeitsablauf, der 70 Einzelschritte umfasst und auch für Texte eingehalten wird, die von Mitgliedern der leitenden Körperschaft selbst stammen. Zuerst wird ein grobes Konzept ausgearbeitet und von allen Brüdern der leitenden Körperschaft gelesen und begutachtet. Auf dieser Grundlage entstehen dann die Texte. Als "geistige Speise" gilt etwas erst, wenn alle Arbeitsschritte abgeschlossen sind.
Und wie kommt es zu "neuem Licht"? "Vorsicht mit diesem Ausdruck", meint Bruder Jackson. "Die Wahrheit bleibt immer die Wahrheit! Was sich verändert ist nur UNSER VERSTÄNDNIS davon." Tauchen biblische Fragen auf, werden Brüder beauftragt, alle Aspekte gründlich nachzuforschen. Dann berät die leitende Körperschaft gemeinsam darüber in der Überzeugung: Wenn Jehova Klarheit schafft, dann so, dass alle es gemeinsam erkennen. Haben ein, zwei Mitglieder der leitenden Körperschaft Bedenken, wird die Sache auf Eis gelegt — manchmal jahrelang!
"Um sich von langgehegten, liebgewordenen Überzeugungen zu trennen, braucht es viel Mut!" Damit leitet Bruder Jackson den nächsten Redner ein, Gerrit Lösch. Er behandelt fünf verkehrte Interpretationen dazu, wer der von Jesus erwähnte Sklave ist, und zeigt, warum sie nicht zutreffen können — AUCH unsere bisher vertretene Ansicht, es sei die Gesamtheit aller Gesalbten, die seit Pfingsten 33 zu irgendeinem Zeitpunkt auf der Erde gelebt haben, also ein 1900 Jahre alter "Sklave"! Zum Beispiel fragt er:
- Warum steht diese Prophezeiung Jesu in einem Kontext, in dem es NUR um die Zeit des Endes geht?
- Gab es denn im finsteren Mittelalter einen klar erkennbaren "Kanal", durch den Jehova für geistige Speise sorgte?
- Hast du schonmal versucht, einem Heimbibelstudium zu erklären, wie eigentlich "alle", die zum Sklaven gehören, am Austeilen der geistigen Speise direkt beteiligt sind?
- Und sind denn geistgesalbte Christen die einzigen, die mit geistiger Speise versorgt werden müssen???
Und wann wird der Sklave "über die ganze Habe gesetzt"? Im Kontext von Mat 24:45 ist wiederholt vom "Kommen" Jesu die Rede, jedesmal geht es darum, wenn er in Harmagedon als Jehovas Richter kommt ... Was ist überhaupt die ganze Habe?
Bevor diese Frage beantwortet wird, bittet Bruder Samuel Herd alle Anwesenden, sich mal im Saal umzuschauen. Dort sind rund 5000 Personen versammelt. "So schön es ist, mit allen zusammen zu sein — was würdest du sagen, wenn wir dich bitten wurden, sie alle mitzunehmen und zu verpflegen?"
Für Jesus war das kein Problem, wie Mat 14:14-21 zeigt. Wie ging er vor? Er beschaffte durch ein Wunder die nötigen Nahrungsmittel, gab sie der kleinen Gruppe seiner Jünger und sie wiederum gaben sie an die vielen Hungrigen weiter. Und das war nicht etwa ein kleiner Snack, sondern eine vollwertige Mahlzeit, nach der die Leute den langen Heimweg bis auf die andere Seite des Galiläischen Meers bewältigen konnten.
Wie "ernährte" Jesus seine Nachfolger, nachdem er in den Himmel zurückgekehrt war? Er hatte eine kleine Gruppe, die Apostel ausgewählt, ausgebildet und vorbereitet für den Auftrag, seine Schafe zu ernähren (Joh 21:15-17). Durch die "Wenigen" ernährte Jesus die "Vielen": erst durch die Apostel und ihre "Lehre", später kamen ältere Männer der Versammlung in Jerusalem dazu (Apg 2:42; 16:4, 5).
Nach dem Tod der Apostel setzte der Abfall ein, und in den Jahrhunderten danach gab es zwar immer echte, geistgesalbte Christen auf der Erde, aber KEIN KONTINUIERLICHES Werkzeug, durch das Jehova und Jesus für geistige Speise gesorgt hätten! In der vorhergesagten Zeit der "Ernte" jedoch sollte Jesus erneut durch die Hand der "Wenigen" geistige Speise für die "Vielen" bereitstellen.
Jetzt ist Stephen Lett dran und stellt die ganz zu anfang schon erwähnte Frage. Und er kommt mit der interessanten Überlegung: "Warum hat Jesus die Aussage überhaupt so formuliert? War das im ersten Jahrhundert denn fraglich?" Die Apostel konnten Wunder wirken, der heilige Geist befähigte sie zu so außergewöhnlichen Machttaten, dass die Antwort offen auf der Hand lag. DAS war 1914 völlig anders! Viele nannten sich Christen und behaupteten, Jesus zu vertreten. JETZT stand die Frage zu Recht im Raum und war sehr wichtig: "Wer ist in Wirklichkeit der treue und verständige Sklave...?"
Wen gebrauchte Jehova im alten Israel dazu, geistige Speise auszuteilen? Gemäß Mal 2:7 war das die Aufgabe der Priester. Wen gebraucht Jehova in der neuen Welt dazu? Priester: Jesus und die 144000. Und heute? Logischerweise die zukünftigen Priester, die noch auf der Erde sind (1Pe 2:5, 9). Heißt das, ALLE Gesalbten teilen Speise aus?
Nein. Gemäß dem Muster im ersten Jahrhundert gebraucht Jesus die kleine Gruppe geistgesalbter Brüder, die während Jesu Gegenwart direkt daran beteiligt und dafür verantwortlich sind, geistige Speise vorzubereiten und auszuteilen. Nur wenn die gesalbten Brüder der leitenden Körperschaft in Fragen, die mit der Anbetung Jehovas zu tun haben, als kollektives Gremium zusammenarbeiten — DANN bilden sie den "treuen und verständigen Sklaven".
Und wer sind dann die "Hausknechte"? Einfach ausgedrückt: ALLE, die mit geistiger Speise versorgt werden. Zu Anfang waren das überwiegend Gesalbte, aber heute zählen auch die "anderen Schafe" dazu. Mitglieder der leitenden Körperschaft ALS EINZELNE sind sich demütig bewusst, dass auch sie zu den "Hausknechten" zählen, die auf geistige Speise angewiesen sind.
Bleibt noch die Frage, was Jesus mit der "ganzen Habe" meinte. Interessant ist, dass er ja nicht einschränkend von der Habe auf der Erde sprach. Jesus ist "alle Gewalt im Himmel und auf der Erde" übertragen worden. Heute herrscht er als König des messianischen Königreichs (Offb 11:15). Und wann wird der Sklave über die "ganze Habe gesetzt"? Wenn Jesus als Richter "kommt" und die Gesalbten in den Himmel kommen und das Königreich erben.
"Was bedeutet das alles jetzt für uns?" Das ist das Thema, zu dem David Splane abschließend Stellung nimmt. Er wiederholt und untermauert noch einmal die neuen Erklärungen und geht auf ein paar Fragen ein. Wenn der "Sklave" erst 1919 eingesetzt wurde, was ist denn dann mit der gewaltigen Arbeit, die Bruder Russell geleistet hat? Antwort: Während dieser Zeit nahm der "Sklave" Gestalt an und wurde "ausgebildet". Vergleichen lässt sich das mit einem guten Dienstamtgehilfen, der geschult wird, viele Aufgaben übernimmt, die sonst ein Ältester macht, der aber noch nicht als solcher ernannt ist. Wird seine Ernennung bekannt gegeben, denken viele in der Versammlung: "Ach? Der war noch keiner???" Die "Ernennung" des "treuen und verständigen Sklaven" fand 1919 statt.
Die Aussagen Jesu über den "Sklaven" haben demnach keine Anwendung im ersten Jahrhundert, sondern sind tief eingebettet in seine Prophezeiung über das "Zeichen" der "letzten Tage". Die geistige Speise, mit der wir in Hülle und Fülle versorgt werden, ist ein weiter Beweis dafür, dass wir in der Zeit des Endes leben!
Dann sagt Bruder Splane etwas sehr Rührendes: "Wisst Ihr, Brüder, wir lieben diese Vorstellung, dieses neue Verständnis über die Identität der Hausknechte, weil es der 'großen Volksmenge' soooo viel Würde verleiht!"
Was ändert sich jetzt an der geistigen Speise? "Gar nichts!" Die neue Erklärung beschreibt einfach nur genauer, was sowieso schon die ganze Zeit seit 1919 passiert! Die Quelle aller geistigen Speise ist und bleibt Jehova, der für die Inhalte sorgt. "Wir", erklärt Bruder Splane, "sind bloß die Köche und Servierer." Jesus ist ohne jeden Zweifel mit seinen Nachfolgern. Und dasselbe gilt für Jehova — weshalb der sehr passende Jahrestext für 2013 lautet:
"Sei mutig und stark, ... denn Jehova, dein Gott, ist mit dir" (Josua 1:9)
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