Samstag, 2. Oktober 2010

CLOSE RANKS WITH US!!!

AUF gut Deutsch: "Schliesst mit uns die Reihen!" Das war die Hauptaussage und gleichzeitig der Hoehepunkt eines beeindruckenden Programms im Kongresssaal "Stanley Theater" in New Jersey.

Schon am fruehen Morgen herrscht im Speisesaal des Wohngebaeudes in der 90 Sands Street reges Treiben und froehliches Stimmengewirr in unzaehligen Sprachen. Ruehrei mit Speck bildet eine gute Grundlage fuer einen langen Tag, und um kurz nach Sieben stehen alle abfahrtbereit vor den 10, 15 Bussen vor der Tuer. So frueh morgens ist in Manhatten - das wir auf dem Weg nach Jersey City durchqueren muessen - noch nicht viel los, und so sind wir schon gegen 8 Uhr im Saal. Er ist wirklich wunderschoen, auch wenn man ihn schon ein paar Mal gesehen hat ...



Es wird voll und voller, bis man kurz vor zehn kaum noch irgendwo durchkommt. Wir sitzen in Reihe 27 und haben einen guten Blick auf die Buehne. Bruder Stephen Lett von der leitenden Koerperschaft fuehrt durch das Programm, das mit Lied 75, "Unsere Gruende zur Freude", beginnt - es trifft haargenau die Stimmung hier im Saal!

Als Rahmen hat Bruder Lett die Vision aus Hesekiel 1 vom himmlischen "Wagen" Jehovas ausgewaehlt - sehr passend fuer das, was heute zu hoeren sein wird! Er laesst kurz Revue passieren, was fuer Richtungsaenderungen der Wagen allein in den letzten fuenf Jahren vorgenommen hat und verspricht uns dann: "Der heutige Tag wird ein Meilenstein in der Geschichte des Volkes Jehovas werden!"

Kurz geht er auf die Veraenderungen in der Zweigorganisation ein: Immer mehr Zweige werden zusammengelegt, so ja auch Oesterreich und die Schweiz mit Deutschland; Irland mit England, Zypern mit Griechenland, Island mit Daenemark und etliche Zweige mehr. Welche Vorteile haben sich daraus ergeben? Zum einen groessere Einheit: nationale, politische, kulturelle Unterschiede werden ueberbrueckt und ueberwunden, bestehende Zweigkomitees koennen mit erfahrenen Bruedern verstaerkt werden, der Verwaltungs- und Betreuungsaufwand wird deutlich reduziert und ganz nebenbei lassen sich auch noch etliche Millionen Dollar Unterhaltskosten einsparen. Wichtigstes Entscheidungskriterium der leitenden Koerperschaft ist: Was dient am allerbesten den Interessen des Koenigreichs? Er bittet daher alle, nicht aufzuhoeren, fuer die leitende Koerperschaft zu beten, damit sie als Vertreter des treuen Sklaven nicht nur weise, sondern auch verstaendig handeln und entscheiden kann!

Es folgen hochinteressante Berichte aus Haiti nach dem Erdbeben, von den 7107 Inseln der Philippinen und aus Aethiopien, wo innerhalb von nur 2 Jahren ueber 40 neue Publikationen in 8 der Landessprachen herausgegeben werden konnten!

Zwischendurch interviewt Mark Noumair von der Gileadschule drei langjaehrige Ehepaare ueber ihren Werdegang im Bethel und ihre persoenlichen Erfahrungen mit Jehova.

Der letzte Bericht ist aussergewoehnlich spannend: "Jehovas Zeugen gegen Moskau: Ein Wunderwerk Jehovas (Ps 72:18)". Bruder Bergdahl vom dortigen Zweigbuero beschreibt den Verlauf des Gerichtsverfahrens und der Verfolgung der Brueder dort. Das Ergebnis? Grosses Wachstum - im Durchschnitt ueber 13 Prozent pro Jahr seit Jahren! Vor kurzem kam es dann zu einem wegweisenden Gerichtsurteil des Europaeischen Gerichtshofs fuer Menschenrechte (ECHR) in Strassburg. Einstimmig verurteilte das ECHR Russland wegen der Verfolgung. Gleichzeitig befasste es sich mit allen Anklagenpunkten der Behoerden und zerriss einen nach dem anderen davon foermlich in der Luft. Dabei formulierte es Grundsatzentscheidungen, die nicht nur fuer Moskau oder Russland, sondern fuer alle 47 zum Europarat gehoerenden Staaten gelten.

In diesem Zusammenhang wurde auch bekannt gegeben, dass das ECHR die Klage von Jehovas Zeugen gegen Frankreich wegen der ungerechten Besteuerung unserer Spenden zur Verhandlung vor dem Gericht zugelassen hat - ein wichtiges Signal, das Mut macht.

Nach einem kurzen Bericht ueber den Verlauf der Schule fuer Versammlungsaelteste in den USA stand Lied 116 auf dem Programm ... "Das heller werdende Licht " ...

Bruder Guy Pierce von der leitenden Koerperschaft hielt dann als Erstes den Vortrag ueber den Jahrestext fuer 2011: "Nehmt Zuflucht zum Namen Jehovas" (Zeph 3:12). Jehovas Tag wird alle Katastrophen weit in den Schatten stellen, die die Menschheit je erlebt hat. Die Welt sucht Zuflucht bei einer Luege (Jes. 28:15). Was bedeutet es fuer uns, Zuflucht zum Namen Jehovas zu nehmen? Wir muessen begreifen, wofuer der Name steht, denjenigen genau kennen, der diesen Namen traegt, ihn ehren und respektieren, voll und ganz auf ihn vertrauen und ihn von ganzem Herzen lieben.

"Bist du in Gottes Ruhe eingegangen?" Diese Frage stellte Bruder David Splane als Naechstes. Im Schoepfungsbericht heisst es, dass Jehova daranging, am siebten Tag von all seinen Schoepfungswerken zu ruhen. Heisst das, dass er aufhoerte, zu arbeiten? Jesus sagte rund 4000 Jahre spaeter: "Mein Vater hat bis jetzt fortwaehrend gewirkt ..." und zwar als Verteidigung dafuer, dass er am Sabbat heilte. Jehova hat bis jetzt unaufhoerlich daran gearbeitet, das erfolgreich zum Abschluss zu bringen, was er sich vorgenommen hat. Wer in Gottes Ruhe eingehen moechte, muss daher bewusst an dem Vorsatz Jehovas mitarbeiten und seinen persoenlichen Anteil daran leisten.

Die Israeliten vergassen schon kurz nach der Befreiung aus Aegypten, welchen Zweck Jehova damit verfolgte, wollten sogar nach Aegypten zurueck! In welcher Verfassung waere die Nation wohl bei der Ankunft des Messias gewesen, haette sie sich voll und ganz auf das konzentiert, was Jehova mit ihr vorhatte?

Was Paulus in Heb 4 zu diesem Thema schrieb, hatte nicht nur fuer die Judenchristen damals eine Bedeutung, sondern auch fuer solche nichtjuedischer Herkunft (die gar kein Interesse an Gesetzeswerken hatten) und uebertragen auch fuer uns heute. Was sind die "toten Werke", die uns daran hindern wuerden, in Gottes "Ruhe einzugehen"? Alles, was nicht zur Verwirklichung dessen beitraegt, was Jehova sich vorgenommen hat. Zum Beispiel ein Lebensstil, bei dem weltliche Arbeit + materieller Besitz wichtiger ist als Jehovas Interessen. Oder: Die Weigerung, sich an die biblische Regelung des Gemeinschaftsentzugs zu halten, weil es sich um einen engen Angehoerigen handelt ...

Jehova vertraut darauf, dass wir in unserem tiefsten Innern wirklich von Herzen gern seinen Vorsatz unterstuetzen moechten!

Den Schluss machte Bruder Anthony Morris mit der Frage "Worauf warten wir eigentlich?" Er erzaehlte von einem treuen alten Bruder, der immer gern wissen wollte, wann Jehova endlich "auf den Knopf drueckt". Genau genommen, so Bruder Morris, hat Jehova schon im Garten Eden (1Mo 3:15) "auf den Knopf gedrueckt" - so richtig dann spaetestens 1914 mit dem Rauswurf des Teufels aus dem Himmel. In Micha 7:7 wird uns nahegelegt, geduldig auf Jehova zu warten. Wie? Ein Beispiel: Wie oft drueckst du auf den Fahrstuhlknopf, wenn er nicht gleich kommt (obwohl das Licht laengst brennt)?

Wir warten auf
  • die Erfuellung von 1Thes 5:1-3, wie im Schlussvortrag des BZK ausfuehrlich beschrieben
  • das Loslassen der vier Winde laut Offb 7 => das Startsignal fuer die Vernichtung Babylons (was Jehova durch die Nationen erledigen laesst, sodass sich die Engel nicht die Finger schmutzig machen muessen)
Und bis dahin? Wollen wir "die Reihen schliessen" - ein Ausdruck, der aus dem militaerischen Wortschatz stammt und bedeutet, dem Feind eine geschlossene Front zu bieten, um mutig anzugreifen. Bruder Morris beschreibt, wie gut die leitende Koerperschaft zusammenarbeitet und wie eng sich diese Brueder einander verbunden fuehlen, und fragt dann: "Brueder, wollt ihr mit uns gemeinsam die Reihen schliessen und gegen den Teufel und seine Daemonen geschlossen Front machen?" Das ist ein echter Gaensehautmoment ...

Und wie war das mit dem Meilenstein??? Geoffrey Jackson wurde angekuendigt mit einer wichtigen Bekanntmachungt: "In den letzten 20 Jahren ist die Zahl der Sprachen, in denen der Wachtturm herausgegeben wird, von 108 auf 185 gestiegen, die NW gibt es jetzt in 94 statt in 9 Sprachen, und wo es 1990 noch keine einzige Veroeffentlichung in Gebaerdensprache gab, wird heute in 50 Gebaerdensprachen uebersetzt.

Ein weiteres wichtiges Sprachgebiet sind Menschen, die auf Englisch angewiesen sind, es aber nicht so gut beherrschen wie Englaender oder Amerikaner. Deshalb hat die leitende Koerperschaft entschieden, ab Mitte 2011 eine WT-Studienausgabe in vereinfachtem Englisch herauszugeben. Sie wird auch Uebersetzern weltweit helfen, die Gedanken noch leichter verstaendlich auszudruecken, sowie Eltern beim Vorbereiten des Stoffs mit den Kindern sehr helfen.

Eine weitere Neuigkeit: Ab naechstem Jahr werden die Bezirksaufseher eine "Hirtenbesuchswoche" bekommen => jemand vom Zweigkomitee oder ein anderer Bruder, der den Reisedienst gut kennt, wird die Brueder und ihre Ehefrau eine Woche lang begleiten und sie ermuntern (Testphase zunaechst in den USA).

Die Schule fuer Zweigkomiteemitglieder und reisende Aufseher wird kuenftig 2x jaehrlich stattfinden. Wo sollen die Schueler alle herkommen? Sie werden - wie bei der Pionierdienstschule - nach und nach alle ein zweites Mal teilnehmen duerfen.

Die Schule zur dienstamtlichen Weiterbildung wird umbenannt in "Bibelschule fuer ledige
Bruder" UND: es wird eine NEUE Schule eingefuehrt - die "Bibelschule fuer christliche Ehepaare", mit aehnlichem Programm wie bei der bisherigen SDW. Die Ehepaare (bis maximal 50 Jahre) werden dann im Land als APV in Versammlungen eingesetzt, die Hilfe brauchen, oder als SPV, Kreisaufseher oder sogar als Missionare ins Ausland geschickt.

Aus voller Kehle sangen zum Schluss 13.582 Anwesende das Lied 63, "Wahre Liebe". Was wir heute erlebt haben, duerfte nur der Anfang, eine wichtige Weichenstellung, fuer grossartige neue Entwicklungen sein. Jehova bereitet seine Diener auf Aufgaben vor, die weit in der Zukunft liegen. Wie schoen, dass wir alle dabeisein duerfen ...!!!


Was fuer ein Kontrast, als wir anschliessend durch die Strassenschluchten von Manhatten - insbesondere durch die Canal Street in Chinatown - zurueckfahren und all die ungluecklichen Menschen sehen ... 

Wieder in Brooklyn angekommen, geniessen alle ein leckeres kaltes Buffet und vor allem die Gelegenheit, alte Freunde wiederzutreffen und neue kennenzulernen ... buchstaeblich aus aller Welt!



















Ein wunderschoener Tag klingt schliesslich aus auf der Dachterasse vor dem Speisesaal mit Blick auf die Brooklyn Bridge und einem herrlichen Sonnenuntergang hinter der Skyline von Manhattan ...

  
(PS: Die restlichen Bilder wie immer hier ...)

2 Kommentare:

Svanberg hat gesagt…

Thanks for your summary on the annual meeting. Interesting developments. - Svanberg

Svanberg hat gesagt…

Thanks for sharing this information with us.