Montag, 27. September 2010

Sonntag, 11 Uhr ...

DAS ist doch mal eine vernuenftige Zeit fuer eine Zusammenkunft - zumal, wenn es in den Monaten November bis Januar vorher ueberhaupt nicht hell wird ... Wir können also ganz gemuetlich fruehstuecken und machen uns dann auf den Weg. Die Sprache ist richtig niedlich: klingt weich und melodisch (und læsst sich sogar ganz gut singen ...). Es ist einfach genial: Man ist weit, weit weg von Zuhause, wird auf Schritt und Tritt daran erinnert, dass man in diesem Land ein Fremder ist - bis: zu dem Moment, wo man in den Königreichssaal kommt! Da fuehlt man sich gleich daheim! Man geht zum Bekanntmachungsbrett (es gibt næmlich auch eine englische Versammlung hier) und was sieht man? Da steht der Name eines Bruders aus dem Heimatkreis als Vortragsredner ... ein alter Bekannter, der gaaaaanz frueher mal - wie wir erfahren - hier Missionar gewesen ist und zufællig zu Besuch ist ... die Welt ist klein (oder eigentlich: We ARE the world ...)


Das Wetter hatte wohl die Terminplanung verwechselt: Thementag WASSER sollte ja eigentlich gestern sein, aber heute fæhrt der Himmel nochmal alles an Schleusen auf, was er zu bieten hat. Wir fahren wieder durch eine regelrechte Mondlandschaft aus bemooster Lava, in der wir uns gestern schon wie am Anfang des dritten Schöpfungstags vorgekommen sind, nur dass wir uns jetzt fragen, ob es nicht doch erst der zweite ist, denn von einer Ausdehnung zwischen den Wassern oben und unten ist kaum noch was zu erkennen ...

An der æussersten Spitze der Halbinsel Reykjanes steigen wir trotzdem aus. An den Klippen hier brueten im Fruehjahr Tausende und Abertausende Seevoegel. Die sind zwar længst auf hoher See, aber im sturmgepeitschten Meer vor uns jagen unzæhlige Basstölpel nach Fischen - ein herrliches Schauspiel! Sogar der eine oder andere Eissturmvogel læsst sich blicken ... kein Wunder, bei dem Wetter! 


Wir sind jetzt bis auf die Knochen durchnæsst, und das einzig Vernuenftige wære ein heisses Bad. "Kein Problem!" sagen unsere Freunde und fahren nach ein paar Kilometern mit uns in eine Nebenstrasse. Zwischen den Lavabrocken sind lauter blau schimmernde Tuempel zu sehen, aus denen Dampf aufsteigt. Da wollen sie doch wohl nicht etwa mit uns rein??? Nein, keine Bange. Kurz darauf kommt ein "ordentliches" Schwimmbadgebæude in Sicht. Wir sind angekommen bei der "Blauen Lagune". Wer bei dem Namen an ein tropisches Inselparadies denkt, der hat sich gruendlich geirrt. Aber wir sind trotzdem hochzufrieden ... denn das Wasser ist angenehm warm, stellenweise sogar fast heiss, und die ganze Atmosphære extrem entspannend.


Was hat es mit dieser Anlage auf sich? Das wird hier erklært. Der Clou: Das heisse Tiefenwasser, das hier gefördert wird, stammt zu rund einem Drittel aus Grundwasserreserven, aber zu rund zwei Dritteln aus dem Meer. Sickert nun salziges Meerwasser durchs Gestein, löst es dabei viele Mineralien und Spurenelemente und spuelt sie mit in die Lagune. Gut erholt, perfekt aufgewærmt (und ziemlich sauber) treten wir todmuede die Heimfahrt an ...





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